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Der SATTEL - Bindeglied zwischen Reiter und Pferd

Der Sattel ist das Bindeglied zwischen Reiter und Pferd. Er kann helfen, dass beide zu einer Einheit verschmelzen oder stören. Wir bevorzugen alle ersteres, oder? J

Ein passender Sattel ist bestimmt nur die halbe Miete. Vor allem, da sich die Pferde, so wie wir auch, mehrmals in der Zeit körperlich verändern. Mal sind sie mehr bemuskelt, weil wir mehr mit ihnen spielen, mal weniger. Dann kommt das Winterfell, dann wieder das Sommerfell. Wenn du ein sehr junges Pferd hast, treten Veränderungen noch viel häufiger und schneller auf. Mal ist er hinten überbaut, mal vorne höher. Auch wichtig für einen gesunden Pferderücken sind gymnastizierende Übungen und ein ausbalancierter Reitersitz. Nun ist es aber so, dass man den Sitz ja mit qualitativem Reitunterricht verbessern/ erlernen kann. Gymnastikübungen auch, es sei denn, dein Pferd hat den perfekten Rücken.

 

Woher weiß ich aber, wie gut mein Sattel wirklich passt? Um diese Frage beantwortet zu bekommen kannst du nur den wenigsten wirklich vertrauen, denn jeder möchte dir nur ein neues Sattelmodel oder eine andere Marke einreden. Ich spreche da aus Erfahrung, die „Ein-guter-Sattel-Tipp-Maffia“ schreckt da vor nichts zurück.

 

Mein erstes Pferd habe ich „roh“ gekauft. Sprich, er war noch nicht angeritten. Folglich hatte er auch keinen Sattel und schon gar keinen passenden.

Auf meiner Suche nach so einem Leder-Wunder-Ding fragte ich mich etwas durch und landete schlussendlich bei einer mobilen Sattlerin. Die kam dann auch bald, war sehr nett, vermaß mein damaliges Friesenpferd und ich bekam meinen ersten Dressursattel. Die Polsterung eines neuen Sattels setzt sich noch etwas und es ist anzuraten, das gute Stück nach ein paar Monaten in Gebrauch noch einmal vom Sattler kontrollieren zu lassen. Diesen Kontrolltermin hatten die Dame und ich damals auch ausgemacht, doch es kam nie dazu. Entweder hatte sie kurzfristig abgesagt oder mir gar keinen neuen Termin gegeben. Geht auch  schlecht, wenn man vom Handy nicht abhebt oder zurück simst. Nachdem ich auch noch den guten Tipp bekommen hatte, dass besagter Sattel „zu eng an der Schulter“ sei, habe ich dann nach einem neuen Spezialisten Ausschau gehalten. Was soll ich euch sagen. Natürlich war in seinen Augen der Sattel eine „Katastrophe“. Zu eng, zu lang, zu schwarz,….

Ich konnte das damals wirklich nicht beurteilen.

 

Nachdem ich meinem Pferdchen aber etwas Gutes tun wollte, kaufte ich diesem Sattler, nach wirklich langer Überlegung, einen neuen Sattel ab. Einen Maßsattel. Nach Angaben des Verkäufers kaufst du den einmal und er passt dem Pferd auf ewig, da man ihn auch immer wieder anpassen kann. „Ein Sattel für ein Pferdeleben lang.“

Der Sattel hatte ca. 6 Monate Lieferzeit, doch das nahm ich in Kauf. Während dieser Zeit passierte aber leider etwas komplett Unerwartetes. Mein treuer vierbeiniger Freund starb an einer Herzklappenentzündung.

Und jetzt?

Der Sattel war nicht mehr zu stornieren. Ich konnte die Produktion allerdings stilllegen. Man erklärte mir nur, an welche Pferderassen er angepasst werden könnte und mit dieser Info suchte ich dann nach einem neuen Partner für meine Abenteuer. Denn eins war klar. Ohne Pferd geht es nicht mehr.

Und jetzt begann das Theater. Irgendwann war ein neues Pferd gefunden, es wurde vermessen und die Maße an den Sattelhersteller übermittelt. Nach weiteren Monaten Wartezeit kam der Sattel endlich. Ausgeliefert durch den Sattelverkäufer, sogar zur Kontrolle noch einmal aufgelegt aufs Pferd. Er war wunderschön, komplett abbezahlt und passte nicht. Richtig gelesen. ER PASSTE NICHT. Ich möchte euch aber meine wochenlang andauernde, unschöne Leidensgeschichte ersparen (der Sattler wollte von einem unpassenden Sattel nämlich nichts hören) und gleich zum wirklich wichtigen kommen: Nämlich zu einem Mann, der mir danach wirklich sehr geholfen hat –

 

Harald Ruckerbauer von Danas Satteldruckmessung.

 

Die Situation war nun also folgende: Wenn ich den Sattel auf Salvadors Rücken legte, noch ohne zu gurten, saß dieser schon ordentlich streng. Zwei Pferdetrainerinnen, die ich sehr schätze und auch eine unabhängige Chiropraktikerin sahen dies genauso. Der Wirbelkanal war zu eng und der Druck an den Schultern zu viel.

 

Wenn Menschen unpassende Schuhe tragen entstehen unangenehme Blasen und Schmerzen. Einem Pferd geht es genauso, wenn der Sattel beim Reiten unangenehme Druckstellen verursacht. Harald Ruckerbauer aus St. Florian kann mit seiner Satteldruckmessung genau herausfinden, wo der Sattel drückt. Er ist mit seinem einzigartigen Druckmess-System in ganz Österreich unterwegs.

„Im Rahmen der Pferdesattelmessung werden mit Hilfe eines modernen Funkmess-Systems Satteldruckmessungen unter dem Reiter sowohl im Stand als auch im Schritt, Trab und Galopp vorgenommen.“ Anhand von 3D-Darstellungen sieht er auf dem Bildschirm genau den Druck, der vom Reiter auf den Sattel und dann aufs Pferd weitergegeben wird. Anhand dieser Aufzeichnung nimmt Ruckerbauer dann mit Pferdebesitzern eine eingehende Beratung und, wenn nötig, ein Sattelfitting vor. Das heißt, die Druckstellen werden mit sinnvollen Unterlagen, sogenannten Fittings, ausgeglichen oder durch die Veränderungen der Passform des Sattels (Kammerweite und Polsterung) korrigiert und das Pferd fühlt sich beim Reiten wieder wohl. „Soviel ich weiß, bin ich der Einzige in ganz Österreich, der dieses Mess-System so anwendet. Ich arbeite auch mit Sattlern und Tierärzten zusammen, um schon im Vorhinein ein druckfreies Reiten zu ermöglichen“, sagt der Pferdeliebhaber.

 

Und genau DAS ist es. Viele wollen nur ein Produkt verkaufen und auf die Meinung anderer wird nicht viel gegeben. Auch darüber, dass sich ein Pferd ständig verändert und ein Sattel möglichst flexibel sein sollte, also, dass er selbst leicht zu verstellen ist oder man mit ausgleichende Unterlagen arbeiten kann, sollte man aufgeklärt werden. Harald liegt auch das Wohl der Pferde am Herzen und so versucht er die passende Lösung für ALLE zu finden.

Es ist sehr wichtig, dass der Sattel genügend Wiederristfreiheit hat und nicht auf die Schultern drückt. Unbedingt muss er für Pferde mit kurzem Rücken auch kurz genug sein. Ein zu langer Sattel kann deinem Liebling starke Schmerzen bescheren. Worauf man selten schaut: Die breite des Wirbelkanals. Damit das Pferd in den Biegungen nicht gestört wird, sollten die Dornfortsätze nicht an die Polster des Sattels stoßen.

 

 

Harald hat mir geholfen, den Sattel für Salvador so passend wie möglich zu machen. Auch können wir mit Hilfe der Messung immer wieder kontrollieren, ob alles passt. Ich persönlich schätze seine Meinung sehr und kann ihn euch nur ans Herz legen, solltet ihr Fragen in Sachen passender Sattel haben.

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